WARUM WURDE EIN MOBILER GESTALTUNGSBEIRAT FÜR DAS BAUVORHABEN EINGESCHALTET UND WAS WAR DIE AUFGABE?

WAS MACHT EIN MOBILER GESTALTUNGSBEIRAT?

Die Aufgabe von Gestaltungsbeiräten ist Transparenz und vor allem Qualität in das Baugeschehen einer Kommune zu bringen, als unabhängige Beratungsinstanzen. In dieser Funktion helfen die Gestaltungsbeiräte dabei eine qualitativ hochwertige Architektur und Stadtplanung zu verwirklichen. Die zentrale Aufgabe eines Gestaltungsbeirates besteht darin, Vorhaben von städtebaulicher Relevanz zu begutachten und Empfehlung zu formulieren. Der Fokus liegt hierbei nicht nur rein gestalterische Gesichtspunkte sondern auch wirtschaftliche, ökologische und städtebauliche Kriterien werden in der Entscheidung berücksichtigt. Ein Gestaltungsbeirat soll zwischen Bauherren, Planern, Verwaltung sowie Stadt bzw. Gemeinderäten vermitteln, sodass durch den Dialog für unterschiedlichste Bauaufgaben dem Ort angemessene, zeitgemäße Lösungen gefunden werden.


Demokratisches Mittel als unabhängige Instanz

In der Broschüre „Gestaltungsbeiräte: Praxis und Förderung in Baden-Württemberg“ die vom Wirtschaftsministerium herausgegeben wurde wird insbesondere darauf hingewiesen, dass Gestaltungsbeiräte insofern Ausdruck diskursiv-demokratischer Gestaltfindung für die baulich-räumlichen Rahmenbedingungen individueller Lebensgestaltung und gesellschaftlicher Entwicklung sind. Die diesem Prozess zugrundeliegenden Werte und Vorstellungen, Interessen und Bedürfnisse sind dabei immer wieder neu zu verhandeln. Schließlich nehmen sie in den Gebäuden, Quartieren oder Städten eine körperhafte Gestalt an und es stellt sich immer wieder neu die Frage, ob uns diese zu- oder abträglich ist. Gestalt ist insoweit immer gesellschaftlich bedeutsam und daher auch politisch relevant.


WARUM WURDE EIN MOBILER GESTALTUNGSBEIRAT FÜR DAS BAUVORHABEN IN LANGENAU BEAUFTRAGT?

Aufgrund der zu Beginn des Bebauungsplanverfahrens geäußerten Bedenken von Anwohnern hat der Gemeinderat auf Initiative des Bürgermeisters im November 2019 beschlossen einen Gestaltungsbeirat für das Bauvorhaben am Simontalgraben einzuschalten. Dieser Lösungsvorschlag von Bürgermeister Daniel Salemi kam auf, um die aus seiner Sicht bestehenden „Diskrepanzen zwischen Investor, Stadt und Öffentlichkeit“ in Bezug auf die geplante Bebauung von einem neutralen fachlichen Expertengremium mit einem „unbefangenen Blick von außen“ bewerten zu lassen.


Aufgaben und Berücksichtigungen

Die klar formulierte Aufgabe an den Gestaltungsbeirat für das Bauvorhaben am Simontalgraben war es das Bauprojekt kritisch zu betrachten und Vorschläge zu formulieren, um die Bebauung bestmöglich in das bestehende Stadtbild einzugliedern. Hierbei wurden auch die Anmerkungen der Gemeinderäte bzw. Zuschriften der Anwohner angehört und Änderungsvorschläge gemacht, die dann in dem Aufstellungsbeschluss des Bebauungsplans durch den Gemeinderat berücksichtigt wurden.


Ergebnisse

Dies führte u.a. dazu, dass sich nun die Zufahrtssituation entgegen der ursprünglichen Planung in den Norden an den Simontalgraben geändert hat, die geplante Bebauung durch die Wegnahme eines Baukörpers auf 86 Wohnungen reduziert wurde und die Höhe der Geschosse der Baukörper zu den anliegenden Grundstücken abnimmt.


Frage von: Verena M.

Antwort von: Johannes Hirn